Heimat ist da, wo ich verstanden werde und verstehe.
(K. Jaspers)
„Verstehst Du mich?“ – das ist eine Frage, die wahrscheinlich schon jeder einmal im Gespräch gehört und wahrscheinlich auch schon selbst gestellt hat.
Ich stellte diese Frage meistens dann, wenn ich merke, daß mich jemand nur noch höflich anhört und wenn ich befürchte, daß das Gespräch abbricht, weil ich nicht verstanden werde. Weshalb liegt uns so sehr daran, verstanden zu werden?
Der Religionsphilosoph Martin Buber weist in seiner Philosophie auf, daß der Mensch in seinem Wesen auf Dialog angelegt ist. Die Pole dieses Dialoges sind ich und Du. Ein wirklicher Dialog aber kommt nur zustande, wenn ich und Du sich verstehen. Nach Martin Buber verwirklicht sich im gegenseitigen Verstehen das dialogische Wesen des Menschen. Es muß uns also daran gelegen sein, verstanden zu werden, denn dies ist eine Grundvoraussetzung für den Dialog, in dem sich ein wesentlicher Teil von uns verwirklicht. Diese Sichtweise zeigt eine wundervolle Dimension menschlichen Dialoges auf: im gegenseitigen Verstehen verwirklichen wir uns selbst.
Wollen wir (ich und du) uns im Gespräch selbst verwirklichen, so müssen wir uns verstehen. Dazu kann ich selbst viel betragen – und sei es auch nur durch die Rückversicherung: „Verstehst Du mich?“

