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Sag „JA“ zu Deinem Glück

Foto eines Eiszapfens am Dach

Prolog:

Eines Nachts träumte mir, ich sei in einen Laden gegangen. Hinter der Theke stand ein Engel. Ich fragte ihn: „Was verkaufen Sie?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“
Da begann ich aufzuzählen: „Dann möchte ich Eltern, die sich gern mit ihren Kindern beschäftigen, die Zeit haben, Geduld, und die sich nicht vor ihren Kindern streiten. Dann brauche ich noch die Abschaffung jeglicher Gewalt gegen Kinder und mehr Gemeinschaftssinn und Liebe, Liebe ohne Ende...“ Da fiel mir der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, mein Herr, Sie müssen mich falsch verstanden haben. Bei mir gibt es keine Früchte, nur Samen!“

Einleitung

Stress ist ein Zeichen für Übermaß. Er ist die Reaktion auf ein „Zu-Viel,“ das wir uns zumuten oder das uns zugemutet wird.
Unmäßigkeit gehörte im Mittelalter zu den sieben Hauptlastern (Wollust, Zorn, Neid, Geiz, Hochmut, Trägheit, Unmäßigkeit) und jeder Mensch weiß aus eigener Erfahrung, wie beispielsweise Unmäßigkeit im Essen, Rauchen oder Trinken belastet. Diese Art von „Unmaß“ ist allerdings sehr leicht greifbar und keiner, der an einem Abend zu viel gegessen, geraucht oder getrunken hat, wird sich wundern, wenn sein Körper bald darauf entsprechend reagiert (Erbrechen, Schmerzen, Schwindelgefühl). Die Folge solcher Unmäßigkeit ist Unordnung, Unzufriedenheit und Verdrossenheit, man ist schlecht gelaunt, schläft länger, als gewohnt, isst oder raucht am anderen Tage weniger und es dauert eine ganze Zeit, bis man wieder im alten und gewohnten Rhythmus ist.
Ebenso ist es mit dem Stress: die Folge davon sind Unordnung, sowohl äußerliche als auch innerliche, wobei die äußere Unordnung ein Spiegel der inneren Unordnung ist. Stressgeplagte Menschen klagen oft, dass sie aus dem inneren Rhythmus kommen, die Gedanken kaum noch ordnen können, unregelmäßig essen und schlafen, nicht zum Aufräumen kommen usw.
Das Gegenteil von Unmäßigkeit, das „Maß,“ zählte schon bei Platon zu den vier Haupttugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß).
Das kann man oft von den eigenen Reaktionen her wahrnehmen, denn bezeichnenderweise kommt gerade unter Stress die Sehnsucht danach auf, zu ordnen, aufzuräumen, sauber zu machen, abzunehmen oder Sport zu treiben. So zeigt sich gewissermaßen vom Defizit her, wonach der Mensch strebt, oder was er als die beiden Säulen zur Vermeidung von Stress sucht: Maß und Ordnung.
Anders gesagt: wo Maß und Ordnung aus dem richtigen Gefüge geraten, da entsteht Stress.
Vielleicht waren die Menschen vergangener Generationen deshalb weniger vom Stress geplagt, weil sie Maß und Ordnung zu halten wussten.
Alle alten Kulturen hatten diese beiden Säulen und sie sind uns bis in unsere Zeit überliefert: die Perser, die Ägypter, die Griechen, dann die Römer, als die Erben der gesamten Antike und ihnen habe es die Christen übernommen und mit ihren vom Judentum stammenden Zahlen und Zuordnungen ins so genannte „westliche Denken“ eingebracht.
Durch das philosophische System von Maß und Ordnung wurde das abendländische Denken geprägt. In diesem Gefüge lebte der Mensch und fand sich in ihm wieder: jeder Mensch durchlebt die vier Mannesalter, von denen die Griechen sprachen, der Bauer war auf die vier Jahreszeiten angewiesen, der Architekt auf die vier Himmelsrichtungen, jeder Mensch musste mit seinen fünf Sinnen die sieben Hauptlaster meiden und nach den acht Seligpreisungen leben um die vier Wirkungen und Äußerungen von Liebe, die die Griechen kannten, in seinem Leben mittels der drei göttlichen Tugenden und der vier Kardinaltugenden zu verwirklichen. Darin war ein Gefüge gegeben, in dem sich die Menschen wieder fanden, weil es dem entsprach, wie sie sich selbst und die Welt erlebten. Dieses Gefüge ist – auch im (noch) christlichen Abendland – weitestgehend zusammengebrochen, denn es konnte den Entwicklungen der westlichen Welt nicht standhalten. Heute geht es darum, ein solches modernes Gefüge wieder zu entdecken.

Diese Texte können deshalb eine Hilfe sein, dem eigenen Leben Maß und Ordnung zu geben. Dazu ist immer auch ein bisschen Disziplin erforderlich, aber diese allein schafft keinen Stress, sondern kann helfen, ihn abzubauen.
Die vorliegenden Gedanken sollen Stück für Stück zu einem Wiederentdecken von stressfreier Gelassenheit führen. Im Erkennen der beiden Grundbestimmungen, also in der Umsetzung von Maß und Ordnung für das eigene Leben, baut sich der Stress ab, allein schon dadurch, jeden Tag nur für wenige Minuten über ein paar Dinge nachzudenken, die wirklich wichtig oder auch einfach nur schön sind.
Jeder, der sein eigenes Maß und seine eigene Ordnung, wieder findet, der seinen persönlichen Rhythmus entdeckt und danach zu leben versteht, wird auf die Dauer angst- und stressfrei leben können.
Es geht um das Auffinden von einen geistigen Biorhythmus, der uns fähig macht unser Leben so zu leben, dass wir ein Original bleiben um im Frieden mit uns selbst fähig zu werden, das zu finden und immer neu zu entdecken, was unser Dasein zutiefst erfüllt: die Freude.

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